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Cantus Network

Liturgie und Musik in der mittelalterlichen Kirchenprovinz Salzburg.

Bei der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Libri ordinarii (= liturgische Regelbücher) muss der kritischen Übertragung der lateinischen Texte eine fundierte Analyse der Ursprünge der Liturgie und der Kommentare folgen. Primäre Aufgabe des Projekts CANTUS NETWORK. Libri ordinarii der Kirchenprovinz Salzburg war die Transformation der Libri ordinarii der (Erz-)Diözesen Salzburg, Passau, Freising, Regensburg, Brixen und Seckau sowie der Klöster Hirsau, Klosterneuburg, Passau St. Nikola, Regensburg St. Emmeram und Vorau und des Kollegiatstifts Moosburg in den Kodierungsstandard der Text Encoding Initiative (TEI). Ein solches Vorgehen garantiert nicht nur eine effiziente Durchsuchbarkeit des Datenbestandes, sondern eröffnet auch vielfältige Möglichkeiten der Datenanalyse. Die formale Erschließung ermöglicht es, die Zeugen der Liturgie automatisch zu vergleichen und so Hinweise auf Gemeinsamkeiten und Eigenständigkeit zu gewinnen. Neben liturgie- und musikwissenschaftlichen Fragestellungen sowie der Textmodellierung stehen die technischen Herausforderungen zur Verknüpfung der verschiedenen Ressourcen im Mittelpunkt des Projekts.

Die „Verlinkung“ der Libri ordinarii mit Abbildungen der abhängigen Sekundärquellen (Antiphonare, Graduale, Breviere, Missale etc.) auf Ebene der Feste wurde mit Hilfe der IIIF-Technik realisiert. Libri ordinarii können zudem eine gewisse Bedeutung für die Erforschung der Sakraltopographie eines Ortes haben, wenn bei der Beschreibung von Prozessionen Wege und Stationsorte genannt werden. Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der Ordinale für die Rekonstruktion der liturgischen Praxis an Institutionen abseits der kulturellen Zentren. Sie können helfen, ein Desiderat der mittelalterlichen Choralforschung zumindest Teilweise zu schließen.

Das an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften angesiedelte Forschungsprojekt wird in Kooperation mit dem Zentrum für Informationsmodellierung (ZIM) der Universität Graz durchgeführt. Das auf fünf Jahre angelegte Forschungsvorhaben ist Teil der Digital Humanities Initiative Langzeitprojekte Kulturelles Erbe der ÖAW und wird durch die Österreichische Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung finanziert.

Projektleiter: Franz Karl Praßl (Universität für Musik und darstellende Kunst Graz) und Robert Klugseder (ÖAW)

Hauptverantwortliche Mitarbeiter: Gionata Brusa (ÖAW) und Christian Steiner (ZIM)

Website: www.cantusnetwork.at

Digital edierte Libri ordinarii:

TraditionZeitBearbeiterLink zur Edition
1. Erzdiözese Salzburg~ 1198Franz Karl Praßl / Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.salzburg.ur
2. Seckau 2 (A-Gu 756)1345Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.seckau2
3. Seckau 3 (A-Gu 1566)Ende 16. Jh.Réka Miklós gams.uni-graz.at/o:cantus.seckau3
4. Vorau2. H. 13. und 14. Jh.Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.vorau
5. Diözese Passau~ 1236Robert Klugseder / Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.passau.ur
6. Augustinerchorherren (= Seckau-1/PAC, A-Gu 208)Ende 12. Jh.Thomas Csanády gams.uni-graz.at/o:cantus.seckau1.pac
7. „Mengotus“ (St. Nikola)~ 1150Gionata Brusa / Robert Klugseder gams.uni-graz.at/o:cantus.stnikola
8. Klosterneuburg~ 1325Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.klosterneuburg.knb1
9. „Pfarramtsbuch“ Hartkirchen~ 1490Robert Klugseder(in Bearbeitung)
10. Diözese Brixen1. H. 13. Jh.Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.brixen
11. San Candido (Innichen)16. Jh.Gionata Brusa(in Bearbeitung)
12. Diözese Freising1414Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.freising
13. Moosburg~ 1360Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.moosburg
14. Diözese Regensburg1340-1380David Hiley / Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.regensburg
15. Teilordinale Dom Regensburg1442David Hiley / Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.regensburg.reg2
16. St. Emmeram~ 1435David Hiley / Gionata Brusa gams.uni-graz.at/o:cantus.emmeram.emm1
17. Hirsau (in Bearbeitung)Anfang 12. Jh.Gionata Brusa / Robert Klugseder gams.uni-graz.at/o:cantus.hirsau