Choralhandschriften der Zentralbibliothek der Wiener Franziskanerprovinz Graz
gefördert vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport , Programm „Kulturerbe Digital“.
Projektleitung: PD Dr. Robert Klugseder (Abteilung Musikwissenschaft, ACDH).
Verantwortlich für die digitale Weiterverarbeitung der Daten: Mag. Daniel Schopper (Abteilung DH Research & Infrastructure, ACDH).
Handschriften- und Druckdigitalisierung: Jakob Leitner.
Ground Truth-Erstellung: Michael Haderer (Layout), Anna-Lena Huber, Matthias Pertiller und Moritz Schmoetten (Musiknotation).
Partner: Franziskanerkloster Graz, Read Coop SCE Innsbruck und Univ.-Prof. Dr. Franz Karl Praßl, Graz.
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Ziel dieses Projekts war die Digitalisierung von 54 spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Choralhandschriften, Choralorgelbüchern und seltenen Choraldrucken der Zentralbibliothek der Franziskaner in Graz. Die etwa 18.000 angefertigten Abbildungen wurden mit Metadaten angereichert und für die virtuelle Bibliothek Europeana sowie für www.cantusplanus.at online über eine IIIF-Schnittstelle zur Verfügung gestellt. Langzeitarchiviert werden die Daten im ACDH-Repositorium ARCHE.
Teil des Projekts war eine automatisierte Transkription der Liedtexte und Rubriken mit Hilfe der KI-gestützten Applikation Transkribus. Dafür wurden verschiedene Modelle für die Erkennung des komplexen Layouts und für die Texttranskription trainiert, mit deren Hilfe nachfolgend viele der digitalisierten Codices automatisiert in moderne Schrift „übersetzt“ werden konnten. Die maschinell erstellten Transkriptionen sind fehlerbehaftet, ermöglichen aber eine weitgehende Durchsuchbarkeit der Quellen.
Die digitalisierten Quellen haben für die Musik- und Liturgiewissenschaften und auch für die Kunstgeschichte (beachtenswerter Buchschmuck) einige Bedeutung und stellen somit wichtige Denkmäler des österreichischen kulturellen Erbes dar. Durch die vollständige Digitalisierung stehen sowohl Bilder der Quellen als auch die durchsuchbaren Volltexte der Gesänge zur Verfügung. Das ACDH der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewährleistet durch seine Expertise im Digitalisierungsbereich ein hohes Niveau, und das sowohl beim Anfertigen der Bilder, bei der Erstellung der Handschriftenbeschreibungen, bei der Metadatenverwaltung, der Visualisierung der Ergebnisse im Web als auch bei der Langzeitarchivierung.
In einem parallel laufenden und vom ACDH finanzierten Teilprojekt wurden geeignete Choralhandschriften des franziskanischen Korpus und bereits zuvor für www.cantusplanus.at digitalisierte Chorbücher für die Entwicklung einer automatisierten und KI-basierten Notationserkennung genutzt. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Franziskanerprojektes wurde eine Webapplikation für Optical Text and Music Recognition entwickelt, die es erlaubt, neben den Liedtexten auch die Melodien der Gesänge automatisiert transkribieren zu lassen. Projektpartner ist hier Jorge Calvo-Zaragoza mit Team der Universität Alicante (Spanien).